Im Linzer Kinderherzzentrum werden Kinder mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern stationär und ambulant behandelt. Zur Zeit werden hier mehr als 6000 Kinder mit kardialen Problemen betreut.
Speziell im Bereich der Primärkorrektur von angeborenen Herzfehlern im Neugeborenen- und Säuglingsalter hat Linz in den letzten Jahren eine führende Stellung eingenommen. So wurde in Linz 1997 das 1. Neugeborene mit hypoplastischem Linksherz erfolgreich operiert. Weitere erstmals in Österreich im Neugeborenen- bzw. Säuglingsalter durchgeführte Primärkorrekturen inkludieren: Fallot´sche Tetralogie mit Pulmonalstenose, Pulmonalatresie mit VSD, Trunkus arteriosus, kompletter AV Kanal.
Kurzfassungen von Präsentationen
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Operationszahlen von 1995 bis 2009 |

1
Operation
Anzahl
Mortalität
%
Operationen ohne Herz-Lungen Maschine
294
5
Ventrikelseptumdefekt
213
1
Vorhofseptumdefekt
179
1
Kompletter AV-Kanal
103
0
0
Fallot´sche Tetralogie
163
3
Transposition der großen Gefäße
125
2
Bidirektionaler Glenn Shunt
151
6
Hypoplastisches Linksherz
135
26
Andere komplexe Herzfehler
495
28
Gesamt
1870
72
Herzkatheterstatistik 2001 und 2008 |

Ein
weiterer Schwerpunkt des Departments liegt in der pränatalen Diagnose
und Betreuung von Feten mit angeborenen Herzfehlern,
Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche. Herzuntersuchungen bei Feten
werden ab der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt, die Betreuung
erfolgt in enger Kooperation mit dem Departement für Pränatalmedizin
der Landes-Frauenklinik Linz (Leiter: Prim. Dr. Wolfgang Arzt).
Für
die stationäre Behandlung steht eine apparativ speziell ausgerüstete
Station mit Mutter-Kind- Einheiten und allem Komfort zur Verfügung. Für
die medizinische Betreuung und Pflege sind speziell ausgebildete Ärzte
und Diplomschwestern verantwortlich. Zur Bewältigung von psychischen
Problemen und Ängsten von Kindern und Eltern kann die Hilfe eines
fachkundigen Psychologen in Anspruch genommen werden.
Es folgen Abstrakts unserer Abteilung von Publikationen bzw. Präsentationen bei kinderkardiologischen Kongressen
Early and mid-term results of the arterial switch operation (ASO) in 114 consecutive patients: a single center experience
Prandstetter C, Hofer A, Lechner E, Mair R, Sames- Dolzer E, Tulzer G
Background: The ASO has become the treatment of choice in patients with simple or complex transposition of the great arteries (TGA). The purpose of this study was to assess early and mid-term outcome in a single center after ASO in this patient collective.
Patients and methods: Between 1995 and December 2005 114 consecutive patients underwent an ASO at our institution, performed by one single surgeon. Patient charts, echo- and angiograms were retrospectively reviewed and patients were analyzed in 3 different groups: Group I consisted of 77 neonates with TGA and intact ventricular septum, group II of 13 patients with TGA and ventricular septal defect which had to be closed surgically and group III of 24 neonates with varies forms of TGA in a complex setting (table2). The median weight was 3.23 kg (range: 1.65 – 8.30) . Twenty five neonates were born preterm, 18 diagnosed prenatally.
Results: Thirty-day mortality rate of 1.75% was observed after complete of follow up with 1 further late death (0.89%) . Only one early coronary event occurred, no late events have been reported. After a median follow-up of 20.7 months (range 0.3-128.6) of 111 survivors 10 required cardiovascular reoperation, all but 1 came out of group III. Freedom from reoperation at 5 years was: 87.5%. Prevalence of supravalvular pulmonary stenosis was 4.7%. In our patient series the only risk factor for increased mortality and morbidity was a body weight of less than 2500g at the time of operation. No better outcome could be demonstrated in the prenatal diagnosed patients.
Conclusion: The ASO can be performed safely and with a low mortality and morbidity even in patients with complexe TGA. Follow-up of these patients is required to detect residual problems like supravalvular pulmonary stenosis, coronary problems, arrhythmias and aortic valve dysfunction.
Seltene kardiale Ursache eines Pleuraempyems
T. Wagner , C Scheibenpflug Kinderintensivstation Donauspital Wien, E Lechner, R Mair, G Tulzer, Kinderherzzentrum Linz
Zusammenfassung
Hintergrund: Es soll durch diese Kasuistik auf eine seltene kardiale Ursache eines pädiatrischen Notfalls mit unspezifischer klinischer Präsentation aufmerksam gemacht werden. Fallbericht: Ein 5 Monate altes Mädchen wird mit unspezifischen Symptomen in der Notfallambulanz vorgestellt. Unter der Arbeitsdiagnose Pneumonie mit Erguss erfolgt die Aufnahme. Der klinische Zustand der Patientin verschlechtert sich rasch und der intensivmedizinische Behandlungsaufwand ist hoch. Typisches EKG und Echokardiogramm sind für die Diagnose des seltenen Bland-White-Garland Syndroms wegweisend. Das Kind wird an das Kinderherzzentrum verlegt, wo es erfolgreich operiert wird. Zur Sanierung der pulmonalen Situation erfolgt der Rücktransfer an unser Spital. Schlussfolgerung: Hinter unspezifischer klinischer Symptomatik kann sich eine seltene, mitunter bedrohliche Pathologie verbergen, der die Erstdiagnose nicht im vollen Umfang gerecht wird.
Permanentes multisite pacing des Systemventrikels bei HLHS mit Herzinsuffizienz nach Glenn Operation.
M. Pinter, R. Mair, Kinderherzzentrum Linz
Hintergrund: Die kardiale Resynchronisation ist eine etablierte Therapieform der Herzinsuffizienz bei entsprechenden Kriterien. Die Indikationen und Voraussetzungen bei Erwachsenen mit Herzinsuffizienz sind gut definiert, die Erfolgsrate liegt um 75%. Die Anwendung bei kongenitalen Vitien ist deutlich restriktiver, dementsprechend sind die Erfahrungen auch weniger.
Fallbericht: Bei einem Patienten mit HLHS und Rechtsherzversagen vor Glenn Operation haben wir Möglichkeiten gesucht, die voraussehbare postoperative Myokarddepression optimal behandeln zu können. In Anbetracht der regionalen Kontraktilitätsstörungen schien ein postoperatives multisite pacing als sinnvoll. Beim postoperativen transienten pacing wurde die Vorhofseletkrode in üblicherweise in bipolarer Form auf die rechte Vorhofswand epicardial aufgebracht. Die ventrikulären Elektroden wurden auch bipolar appliziert, aber in einer Dreiecksform, wo die indifferente Elektrode (+) apical, die differenten (-) Elektroden basal-lateral (TK-nahe) und ventral (Ausflusstrakt - ca 15mm von der PK) fixiert wurden. Bei dem endgültigen System (Medtronic INSYNC III) wurde die oben genannte Anordnung mit einer bipolaren Vorhofselektrode und unipolaren Ventrikelelektroden beibehalten.
Ergebnisse: Schon unmittelbar postoperativ konnten wir den positiven Effekt eindeutig dokumentieren. Bis zum Zeitpunkt des sekundären Thoraxverschlusses blieb der Effekt aufrecht, so wurde die Entscheidung für ein permanentes System getroffen. Während des bisherigen Verlaufes von 4 Monaten traten keine Komplikationen auf. Mit verschiedenen, nichtinvasiven Methoden (tissue doppler, 2D-strain, vector velocity imaging) wurde die Effektivität demonstriert. Permanentes multisite pacing des Systemventrikels bei HLHS nach Glenn Operation sollte als Therapieoption bei Herzinsuffizienz erwogen werden.
Offene Herzoperation von angeborenen Herzfehlern bei Neu- und Frühgeborenen mit unter 2,5 kg
E. Lechner, A. Hofer, R. Mair, E. Sames-Dolzer, JJ. Steiner, D. Vondrys, G.Tulzer
Hintergrund: Der klinische Zustand des Patienten kann es erforderlich machen, angeborene Herzfehler trotz niedrigen Körpergewichts an der HLM zu operieren.Methode und Ergebnisse: Von Nov. 1997 bis Dez. 2006 wurden 46 konsekutive Kinder mit einem Gewicht von < 2500g einer Korrekturoperation (n=34) oder einer Norwood-Operation (n=12) unterzogen. Eine retrospektive Analyse inkludierte 23 männliche und 23 weibliche Patienten mit einem medianen Alter von 10 Tagen (2 - 110) und einem medianen Gewicht von 2260g (1280g - 2480g). 34 (74%) Kinder waren Frühgeborene, 7 waren kritisch krank und 21 waren präoperativ beatmet. Die Diagnosen waren: TGA (13), hypoplastisches Linksherz (12), VSD mit unterbrochenem oder hypoplastischem Aortenbogen (5), VSD (4), Fallot´sche Tetralogie (3), Lungenvenenfehlmündung (2), aorto-pulmonales Fenster (1), kritische Aortenstenose (1), kompletter AV Kanal (1), Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum(1), Trunkus arteriosus communis(1), links atrialer Tumor(1), Thrombus an der ventrikulo-atrialen Ableitung mit ASD (1). Die 30-Tage Mortalität war 13% . Alter, Geschlecht, Gewicht, Frühgeburtlichkeit, extrakardiale Malformationen und Aortenklemmzeit beeinflussten die Mortalität nicht. Die Patienten waren im median 7 Tage beatmet, 12 Tage in Intensivtherapie und 26 Tage in stationärer Behandlung. Nach einer medianen Beobachtungszeit von 2,6 Jahren betrug die Gesamtmortalität 21% (10/46). Bei 12/34 Überlebenden waren insgesamt 19 Reoperationen erfoderlich. 11/34 Patienten, wobei bei 5 dieser Patienten ein Syndrom diagnostiziert wurde, zeigten ein neurologisches Defizit. Schlussfolgerung: Operationen an der Herz- Lungen-Maschine können bei Kindern unter 2,5 kg mit akzeptabler Mortalität und Morbidität durchgeführt werden. Alter und Gewicht bei der Operation beeinflussen weder Mortalität, noch die neurologische Entwicklung.
Primärkorrektur der Fallot´schen Tetralogie bei Neugeborenen und Säuglingen bis zum vollendeten 4. Lebensmonat
M. Tamesberger, E. Lechner, R. Mair, A. Hofer, E. Sames- Dolzer, G. Tulzer
Hintergrund: Der optimale Zeitpunkt für die Korrekturoperation der Fallot´schen Tetralogie wird kontrovers diskutiert. Vorteile einer frühenVollkorrektur sind die rasche Beseitigung der rechtsventrikulären Ausflusstraktobstruktion, die Linderung systemischer Hypoxie, die vermutlich bessere Langzeit Prognose und die Vermeidung einer Palliativoperation. Als Nachteil wird ein eventuell erhöhtes Operationsrisiko angesehen. Ziel dieser Studie war es, Morbidität und Mortalität der frühen Vollkorrektur zu untersuchen und herauszufinden, ob Neugeborene ein erhöhtes Risiko aufweisen. Methode und Ergebnisse: Die retrospektive Analyse beinhaltete 90 konsekutive Patienten mit Fallot´scher Tetralogie mit Pulmonalstenose, die von 1995-2006 einer primären Frühkorrektur unterzogen wurden. Die Daten wurden in 2 Gruppen analysiert. Gruppe A (n=17) waren Neugeborene jünger als 21 Tage, die wegen duktusabhängiger Lungenperfusion oder schwerer Hypoxie akut operiert wurden. Gruppe B (n=73) beinhaltete alle elektiv operierten Säuglinge jünger als 4 Monate. Im Gesamtkollektiv betrug die 30-Tage- Mortalität 0%, die Spätmortalität 2% (2/90). Beide Todesfälle traten in Gruppe B auf und waren nicht mit der Operation assoziiert. Die Gesamtüberlebensrate nach einer medianen Follow-up Zeit von 4,7 Jahren war 98% (88/90). Es benötigten 12/88 Patienten (14%) eine Reintervention, 7/88 (8%) eine Reoperation. Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen bestanden in einer niedrigeren (p=0,02) Aortenklemmzeit, einem höheren Bedarf an transannulären Patches (p=0,045) und häufigeren Reinterventionen (p=0,046) in Gruppe A.Schlussfolgerung: Die primäre Frühkorrektur einer Fallot´schen Tetralogie kann bei Kindern bis zum vollendeten 4. Lebensmonat sicher durchgeführt werden, wobei sich in Mortalität und perioperativen Komplikationen die Neugeborenen nicht von älteren Säuglingen unterscheiden.
Aminoterminal-
brain natriuretic peptide levels in children and adolescents after
Fontan operation correlate with congestive heart failure
Lechner E, Gitter R, Mair R, Pinter M, Schreier- Lechner E, Vondrys D, Tulzer G
The aim of this study was to generate normal values of aminoterminal- pro brain natriuretic peptide (NT- pro BNP) in children and adolescents after Fontan operation without CHF and to test the hypothesis that plasma levels of NT- pro BNP correlate with clinical severity of congestive heart failure (CHF). NT-pro BNP plasma levels of 59 consecutive patients with a median age of 8.4 years after Fontan operation were measured using an automated enzyme immuno assay. The 97.5th percentile of NT- pro BNP in patients without CHF was 282.3 pg/ml. The clinical severity of heart failure was quantified by a paediatric cardiologist using the New York university pediatric heart failure index (NYUPHFI). NT-pro BNP levels correlated with the NYUPHFI (p=0.001). In patients with CHF (14/59) the NT-pro BNP levels were significantly higher (median 399, range: 140–5440 pg/ml) than in patients without CHF (median 96, range: 11–376 pg/ml). NT- pro BNP levels of patients with Fontan circulation without CHF are similar to those of healthy children. Plasma NT- pro BNP concentrations correlate with severity of heart failure in children and adolescents after Fontan operation. Plasma NT-pro BNP levels can help clinicians in the detection and assessment of CHF in paediatric patients with Fontan circulation.
Vasodilatatorischer Schock nach Herzoperation bei Kindern: Therapie mit niedrig dosiertem Vasopressin
Lechner E, Mair R, Tulzer G
Im
Rahmen eines septischen Schocks oder einer systemischen
inflammatorischen Reaktion nach cardiopulmonalem Bypass kann es zum
Auftreten einer Vasodilatation und in der Folge schweren Hypotension
bis hin zum vasodilatatorischen Schock kommen. Zur erfolgreichen
Tehrapie des vasodilatatorischen Schocks mit Vasopressin bei
Erwachsenen gibt es zahlreiche Publikationen. Die Erfahrung mit
Vasopressin zur Behandlung des vasodilatatorischen Schocks bei Kindern
ist bisher limitiert und sowohl Indikation, als auch Dosierung sind
noch nicht festgelegt.
Dies ist ein Fallbericht über die
erfolgreiche und sichere Anwendung von Vasopressin in niedriger
Dosierung bei zwei Kindern mit schwerer Hypotension nach Herzoperation.
Beim ersten Patienten handelt es sich um einen 13 Jahre alten Jungen
mit Endokarditis der Aorten und Mitralklappe, der postoperativ eine
schwere arterielle Hypotension entwickelte. Der Einsatz von
Norepinephrin führte zur Aggravierung der präexistenten ventrikulären
Arrhythmien. Es wurde deshalb Vasopressin eingesetzt um einen adäquaten
arteriellen Blutdruck zu erzielen. Vasopressin wurde begonnen mit einer
Infusionsrate von 0,00002 U/kg/min und bis auf 0,0003 U/kg/min
gesteigert.
Beim zweiten Fall handelt es sich um ein Neugeborenes nach arterieller
Switch Operation mit vasodilatatorischem Schock, der durch herkömmliche
Vasopressoren nicht kontrolliert werden konnte. Nach Beginn von
Vasopressin in einer Dosis von 0,00008 U/kg/min, das nach Effekt bis
auf 0,0002 U/kg/min gesteigert wurde, konnte innerhalb von einer halben
Stunde ein zufriedenstellender arterieller Blutdruck erreicht werden.
In beiden Fällen wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.
Bis es mehr Erfahrung mit Vasopressin zur Behandlung des
vasodilatatorischen Schocks bei Kindern gibt, sollte es bei Kindern
zurückhaltend und sehr vorsichtig eingesetzt werden.
Fetal pulmonary valvotomy for pulmonary atresia with intact septum
Gerald
Tulzer1 MD PhD, Wolfgang Arzt2 MD, Rodney CG Franklin3 MD FRCPCH,
Pamela V Johnson4 MD MRCOG, R Mair1 MD, Helena M Gardiner3,4 MD FRCPCH
Children's Heart Centre Linz, Children's Hospital of Linz1, Department
of Paediatric Cardiology, Department of Prenatal Medicine, Maternity
Hospital, Linz2, Austria
Royal Brompton and Harefield NHS Trust & National Heart and Lung
Institute3; Division of Paediatrics, Obstetrics & Gynaecology,
Faculty of Medicine, Imperial College of Science, Technology and
Medicine, Queen Charlotte's and Chelsea Hospital4, London UK
Background:
The fetal heart is completely formed by 7 weeks gestation but
subsequent growth depends on adequate blood flow through the heart and
vessels. In some cases of congenital pulmonary stenosis, progressive
closure of the pulmonary valve has been demonstrated with resultant
poor growth of the right ventricle, committing the child to a
functionally univentricular circulation. It is logical therefore that
fetal valvotomy of a closing or atretic valve might result in less
serious pathology after birth.
Methods: Fetal pulmonary
valvotomy was performed through the maternal abdomen under ultrasound
guidance in two fetuses at 28 (A) and 30 weeks (B) gestation with
imminent hydrops. The pulmonary valve was perforated through the right
ventricular outflow tract using a 16-gauge needle. The sharp stylet was
removed leaving a sheath in the fetal right ventricular outflow tract
through which a low profile coronary balloon (4mm/1.5 cm (A) and 3.5 mm
/2.0 cm (B)) was fed over a 0.014 inch guide-wire placed in the
arterial duct. Each balloon was safely withdrawn into the sheath and
removed from the fetal heart.
Results: Both pulmonary
valves were successfully perforated and dilated with immediate
improvement in right ventricular function and the fetal circulation
that was sustained for 5 weeks or more. Continued right ventricular
growth was documented. Both fetuses were born alive and well and both
required a modified BT Shunt to support the pulmonary circulation. In
fetus A, the shunt shunt could be successfully removed with 8 months
with simulteneus closure of a large ASD and repair of a double orifice
tricuspid valve. So a successful biventricular repair was achieved with
a normal size right ventricle
Conclusions: Successful
pulmonary valvotomy can be performed in-utero. Imminent hydrops was
reversed allowing the pregnancies to continue with growth of the right
ventricle. Fetal intervention may reduce secondary damage due to
pulmonary atresia and change the postnatal surgical options in selected
cases of semilunar valve stenosis/atresia.
Intraoperativer Verschluß eines muskulären VSD bei komplexem zyanotischen Vitium mit Amplatzer VSD-occluder
R.Gitter, R.Mair, E.Sames, M.Pusch, E.Lechner, Kinderherzzentrum Linz, Austria
Hintergrund:
Der chirurgische Verschluß apikaler muskulärer Ventrikelseptumdefekte
ist technisch schwierig und verlängert bei der Korrektur komplexer
Vitien zusätzlich die Kreislaufstillstandszeit. Wir berichten über den
intraoperativen Verschluß eines großen muskulären VSD mit einem
Amplatzer-VSD-occluder mit dem Ziel die chirurgische Prozedur zu
vereinfachen und zu verkürzen.
Patient: Beim 2,5-jährigen
männlichen Patienten wurde bei DORV (S,D,D) mit double-committed VSD,
hochgradiger Pulmonalstenose, sowie apikalen muskulären VSDs die
Indikation zur intrakardialen Korrektur mit baffle vom linken Ventrikel
zur Aorta und Homograft aus dem rechten Ventrikel auf die
Pulmonalarterie gestellt.
Nach Rechtsventrikulotomie wurde im hypothermen kardiopulmonalen bypass
ein Einführsystem in den rechten Ventrikel eingebracht und damit
problemlos der größte muskuläre VSD passiert. Unter freier Sicht wurde
ein 6mm Amplatzer VSD-occluder in typischer Weise im Defekt
positioniert und freigesetzt. Anschließend wurde die chirurgische
Prozedur fortgesetzt.
Postoperative Echokardiographien zeigten den idealen Sitz des devices,
jedoch einen weiteren hämodynamisch wirksamen apikalen VSD.
Diskussion: Der intraoperative Verschluß von muskulären VSD mit dem
Amplatzer-device ist technisch einfach durchführbar, verkürzt die Zeit
des kardiopulmonalen bypass und vermeidet eine Linksventrikulotomie.
Ähnlich dem chirurgischen Vorgehen ist die intraoperative Bestimmung
residualer Shunts schwierig. Sorgfältige präoperative
echokardiographische Lokalisation und Größenbestimmung der Defekte sind
unumgänglich für eine erfolgreiche Implantation.
Interventioneller Verschluß einer isolierten hämodynamisch wirksamen Koronarfistel beim kleinen Säugling
R.Gitter, E.Lechner, A.Hofer, G.Tulzer, Kinderherzzentrum Linz, Austria
Koronarfisteln
sind eine seltene kongenitale Fehlbildung, die in Abhängigkeit von
Größe und Shuntvolumen bereits im Säuglingsalter zu einer
Linksherzbelastung führen können. Der chirurgische Verschluß gilt im
Säuglingsalter als etablierte Therapie einer isolierten Koronarfistel
beim symptomatischen Patienten.
Wir berichten über den
interventionellen Verschluß einer großen Koronarfistel zwischen der
rechten Koronararterie und dem Einflußtrakt des rechten Ventrikels bei
einem 5 Monate alten weiblichen Säugling mittels einer
Embolisationsspirale.
Die Koronarfistel manifestierte sich im Alter von 4 Wochen durch ein
kontinuierliches systolisch-diastolisches Herzgeräusch.
Echokardiographisch konnte bei dem zunächst gut gedeihenden Kind eine
Zunahme des Fisteldurchmessers von ..... auf ..... mm, sowie eine
zunehmende Volumsbelastung des linken Herzens mit Mitralinsuffizienz
und vollständig retrogradem flow in der Aorta abdominalis verifiziert
werden. Im Alter von 5 Monaten wurde bei beginnender Gedeihstörung die
Indikation zum interventionellen Verschluß der Fistelöffung gestellt.
Selektive Koronarangiographien zeigten eine 6mm haltende geschlängelt
um den Trikuspidalklappenring verlaufende Koronarfistel mit Aneurysma
und Drainage in den rechten Ventrikel knapp unterhalb der AV-Klappe.
Das errechnete Shuntvolumen betrug Qp/Qs von 2:1.
Über einen retrograd in die rechte Koronararterie eingeführten
5F-Führungskatheter mit 0,041inch Innenlumen konnte eine
Embolisationsspirale (Cook-coil 5mm mit 5 Windungen) in der
Fistelöffnung freigesetzt werden und in der Kontrollangiographie der
komplette Verschluß dokumentiert werden. Postinterventionelle
Echokardiographien bei Entlassung nach 2 Tagen, sowie nach 4 Wochen
dokumentierten normalen flow in der Bauchaorta und eine signifikante
Abnahme der Linksbelastungszeichen.
Somit stellt der interventionelle Verschluß einer isolierten
hämodynamischen Koronarfistel auch im jungen Säuglingsalter eine
erfolgversprechende und sichere Alternative zur chirurgischen
Versorgung dar.
Right
ventricular to pulmonary artery shunt instead of modified Blalock
Taussig shunt improves diastolic systemic and cerebral flow in newborns
after the Norwood procedure
G.Tulzer, R Mair, R.Gitter, E Lechner, E Sames, G Geiselseder
Children’s Heart Center Linz, Department of Pediatric Cardiology
In newborns, who underwent a Norwood procedure due to a functionally
univentricular heart combined with aortic arch hypoplasia, pulmonary
blood flow is usually established via a modified Blalock Taussig shunt
(BTS). The lower pulmonary vascular resistance causes a diastolic
run-off into the pulmonary vascular bed, leading to low diastolic
systemic pressures and thus decreased coronary perfusion pressure.
Especially with large shunts, the single ventricle faces a decreasing
coronary perfusion with increasing workload. This has been attributed
to contribute to the early and late mortality and morbidity after stage
I palliation. Placement of a right ventricular to pulmonary shunt
(RV/PA) avoids this diastolic run-off and should therefore improve
systemic diastolic flow. To assess differences in hemodynamics
echocardiographic data of 16 newborns, who underwent a Norwood
procedures was analyzed. 8 newborns with a BTS were compared to 8
newborns with RV/PA Shunt (5 mm diameter). Between the groups there was
no significant difference in weight, preoperative complications or
bypass time. There was no significant AV valve or pulmonary valve
regurgitation except in 1 case with RV/PA Shunt. Echocardiography was
carried out, when children were extubated and in a hemodynamically
stable condition. There were no significant differences in ventricular
inflow and outflow velocities or in shortening fraction. Doppler
examination of descending aortic flow showed holodiastolic reversal of
flow in all children with BTS but holodiastolic antegrade flow in 7/8
children with RV/PA Shunt. Doppler interrogation of the arteria cerebri
anteror showed significantly lower pulsatility index due to higher
enddiastolic and mean velocities in the group with RV/PA Shunts.
Measured gradients across the RV/PA Shunt were 3,46 +/-0,7 m/s (mean
+/- std dev) suggesting normal pulmonary artery pressures.
Right ventricular to pulmonary artery shunt instead of modified Blalock
Taussig shunt improves diastolic systemic and cerebral flow in newborns
after the Norwood procedure and should thus improve coronary and brain
perfusion leading to a more stable hemodynamic situation after stage I
palliation.
Operation am offenem Herzen bei Kindern unter 3 kg – zu riskant?
Daten und Erfahrungen des Linzer Kinderherzzentrums
J.Steiner, G.Tulzer, R. Mair, R.Gitter, E.Lechner, G.Geiselseder, E.Sames
Kinder Herzzentrum Linz
Einleitung:
Operationen am offenen Herzen bei sehr kleinen oder jungen Patienten
stellen eine große Herausforderung für das gesamte operative,
intensivmedizinische und kardiologische Management dar. Man steht nicht
selten vor der Situation, dass das Versagen konservativer
Therapiemöglichkeiten einen kurzfristig zu planenden operativen
Eingriff notwendig macht.
Prinzipiell bieten sich bei Vorliegen eines komplexeren Vitiums zwei operative Möglichkeiten an .
Erstens eine primäre Palliation ohne Zuhilfenahme einer
Herz-Lungenmaschine (HLM ) ,wie z.B. die Anlage eines Blalock-Taussig
Shunts zur Sicherstellung einer adäquaten Lungenperfusion bei
hochgradigen Pulmonalstenosen oder –atresien ; oder ein Banding der
Pulmonalarterie zur Verhinderung einer pulmonalen Hyperperfusion bei
Shuntvitien , um erst zu einem späteren Zeitpunkt die definitive
Korrektur an der HLM durchführen zu können. Der Nachteil dieser Methode
ist das Persistieren einer Zyanose bzw. vermehrten Druck - und
Volumsbelastung über Monate und Jahre, wodurch ohne Zweifel relevante
Schäden am Myokard gesetzt werden. Diese myokardialen Schäden wirken
sich meist nicht sofort sondern erst nach einigen Jahren in Form von
Ventrikelfunktionsstörungen, Herzversagen oder Rhythmusstörungen aus.
Zudem besteht bei diesen Palliationen eine nicht unerhebliche
Morbidität. Der Vorteil aber wurde bislang in dem geringeren
Operationsrisiko gesehen. Daher wurde in vielen Zentren dieser Methode
häufig der Vorzug gegeben.
Die zweite Möglichkeit besteht in der Primärkorrektur, um die
wesentlichen Vorteile einer möglichst physiologischen Hämodynamik
ausnützen zu können. Die frühzeitige Beseitigung von Zyanosen, Shunts
und Stenosen ist ohne Zweifel heute die Therapie der Wahl, wenn eine
derartige Korrektur ohne allzugroßes Risiko erfolgen kann. Gefahren
einer offenen Herzoperation bei sehr kleinen Neugeborenen bestehen in
der allgemeinen Unreife, einer erhöhten Gefahr intrakranieller
Blutungen, einer aufgrund der Kleinheit der Gefäße oft wesentlich
schwierigeren Situation für den Herzchirurgen und dem wesentlich
heikleren Management an der Herz Lungenmaschine, deren Schlauchsystem
oft schon mehr als das Blutvolumen des Kindes fasst.
Am Kinderherzzentrum Linz werden seit einigen Jahren Primärkorrekturen auch bei Kindern unter 3 kg durchgeführt.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Mortalität und Morbidität unseres
Patientenkollektives mit einem Gewicht von unter 3 Kg zum Zeitpunkt der
Operation zu analysieren.
Intraoperative
interventional closure of a large apical VSD using the
Amplatzer-VSD-occluder in a child with complex cyanotic heart disease
R.Gitter, R.Mair, E.Sames, M.Pusch, E.Lechner, Childrens Heart Center Linz, Austria
Background: Surgical closure of apical muscular ventricular septal
defects (mVSD) is difficult, prolonges duration of cardiac arrest in
the surgical correction of complex cardiac lesion and often requires
left ventriculotomy. We report a case of intraoperative closure of a
large apical VSD using the Amplatzer VSD-occluder in order to shorten
and simplify surgical procedure.
Patient: A 2,5 year old boy with the diagnosis of
double-outlet-right-ventricle (S,D,D) with large, doubly committed VSD,
severe infundibular and valvular pulmonary stenosis and additional
apical muscular defects underwent intracardiac repair. The left
ventricle was baffeled to the aorta, a homograft placed from right
ventricle to pulmonary artery and the largest muscular VSD was
considered for intraoperative device closure.
After right ventriculotomy the large subarterial VSD allowed good
visibility of the apical region from both chambers and easy
localisation and passage of the defect with a 4,5mm probe. After
introducing a guide wire from right ventricle across the VSD into the
left ventricle a short 7-F delivery-sheeth was advanced until it
appeared in the left chamber. The distal retention disc of an
Amplatzer-mVSD-occluder with a waist of 6mm was opened in the cavity of
the left ventricle and aligned to the septal surface by applying
traction on the steering cable. By withdrawing the sheeth the proximal
retention disc opened on the right side straddling the interventricular
septum. Mechanical hold was proven by pushing and pulling the cable
before the device was released by unscrewing it. The whole intervention
was carried out in less than ten minutes and without any complication.
Subsequently surgical procedure was completed.
Postoperative echocardiography showed ideal position of the device but
also an additional large apical mVSD not covered by the device.
Discussion: The interventional closure of the large apical VSD was
simple, time-sparing considering duration of cardio-pulmonary bypass
and avoided left ventriculotomy. Preoperative accurate localization of
all defects is crucial for successful device implantation. Devices with
a larger distal retention disc, covering a larger surface of the
ventricular septum may help in cases of multiple apical defects
Frühkorrektur der Fallot´schen Tetralogie und Rhythmusstörungen - Linzer Erfahrungen
Lechner E., Mair R., Gitter R., Grohmann E., Tulzer G.
Kinderherzzentrum Linz
Hintergrund: Palliation mit BT–Shunt und Korrektur der Fallot´schen
Tetralogie nach dem 6. Lebensmonat galt als Standard der Behandlung.
Trotz niedriger Opmortalität kam es Jahre später zum Auftreten von
ventrikulären Arrhythmien und plötzlichem Herztod. Durch die
Fortschritte der Kardiochirurgie und der Kardiotechnik wurde die
primäre Frühkorrektur zur Therapie der Wahl. Meist wird so eine
Muskelresektion im rechtsventrikulären Ausflußtrakt vermieden, der
Entwicklung einer massiven Rechtsventrikelhypertrophie vorgebeugt und
es wird die Sauersoffsättigung frühzeitig normalisiert und eine
jahrelange Zyanose mit ihren Folgeschäden verhindert. Ziel dieser
Untersuchung war es die Prävalenz von EKG – Veränderungen und
Rhythmusstörungen nach Frühkorrektur der Fallot’schen Tetralogie zu
analysieren.
Methode:
Die Krankengeschichten, EKGs und Langzeit EKGs von 54 konsekutiven
frühkorrigierten Patienten von1995 – 2001 wurden retrospektiv
analysiert. 46 Patienten hatten eine Pulmonalstenose, 8 eine
Pulmonalatresie.
Das Alter war 3 – 111 Tage (median: 42), das Gewicht betrug 2 – 6,6 kg (median:3,5).
Ergebnisse:
1 Patient verstarb am 4. postoperativen Tag , die Spätmortalität ist
bis jetzt null. 6 / 53 Patienten bedurften einer Reoperation, 6 / 53
Patienten einer Katherterintervention. Im Nachbeobachtungszeitraum von
im median 18 Monaten haben 27/53 Patienten ( 51%) ein altersgemäßes
Ruhe – EKG, 38/53 Patienten (72%) ein unauffälliges Langzeit – EKG. Ein
Patient wird wegen einer rezidiviernd auftretenden supraventrikulären
Tachykardie antiarrhythmisch behandelt.
Schlussfolgerung:
Die frühe Primäkorrektur bei Fallot mit Pulmonalstenose kann mit
niedriger Mortalität und Morbidität durchgeführt werdenhythmusstörungen
in den ersten Jahren nach früher Primärkorrektur sind selten.
Erfahrung aus 10 Jahren fetaler Herzambulanz
Tulzer G, Lechner E, Gitter R, Arzt W, Kinderherzzentrum Linz
Die pränatale Diagnose von angeborenen Herzfehlern bringt wesentliche
Vorteile für Patient, Eltern und Ärzte. Ziel dieser Arbeit war es die
Erfahrungen mit fetalen Herzfehlernaus 10 Jahren fetaler Herzambulanz
zu analysieren. Die fetale Herzambulanz steht am Ende eines Screening
Programms, welches in den Praxen niedergelassener Gynäkologen beginnt
und über Spezialambulanzen zur pädiatrischen Kardiologie führt.
Seit 1991 wurden 153 Herzfehler bei durchschnittlich 130 Untersuchungen
pro Jahr diagnostiziert mit einem deutlichen Anstieg der Frequenz seit
1996.
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Diagnosen:
Hypoplast. Linksherz 38 |
153 Feten mit Herzfehler Extrakardiale Fehlbildungen: 45/153 (29%) 114 Lebendgeborene (75%) 86 Kinder am Leben nach 1 Monat (56%) |
Hypoplastisches Linksherz (N=38) Interruptio 12 |
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Kompletter AV Kanal (N=20) Interruptio 2 Intrauteriner Fruchttod 3 Lebendgeburt 15 Neonataler Tod: 5 Primäre Korrektur 10 Lebt nach Korrektur 10 Spättod: 0 Jetzt lebend: 10 = 50 % der pränatal dg Fälle 67% der Lebendgeburten 100% der nach operierten Patienten Schwere extrakardiale Fehlbildungen: 5 (7 x Trisomie 21) |
Fallot’sche Tetralogie (N=11)
Interruptio 0 |
Transposition der großen Gefäße (N=11)
Interruptio 1 |
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Embryologie: Entwicklung des Herzens
G Tulzer, Kinder Herzzentrum Linz
Das Herz entsteht als ein sehr komplexes Organ mit zahlreichen
parallelen und überlappenden Prozessen, die beim menschlichen Embryo
bereits 3 Wochen nach der Konzeption zu einem funktionierendem
pumpenden Schlauch führen. Ca 8 Wochen post ovulationem ist das Herz
völlig septiert. Zu dieser Zeit sind bereits gravierende
Septierungdefekte wie z.B. der komplette AV Kanal entstanden, die nicht
mehr verschwinden oder repariert werden können. Die Modellierung der
ventrikulären Trabekel in einen rechts- und linksventrikulären Typ
sowie die Ausbildung der fibröse Arioventrikular- bzw. Semilunarklappen
ist schließlich mit 14 bis 16 Wochen abgeschlossen.
Entwicklung des Herzschlauches:
Das Herz entsteht aus dem Mesoderm. In der kardiogenen Zone entstehen 2
Endothelschläuche, die sich über den 1. Aortenbogen in die dorsalen
Aorten fortsetzen. Die beiden Endokardschläuche verschmelzen von
kranial nach kaudal zu einem einheitlichen Herzschlauch, welcher sodann
zu schlagen beginnt (22.Tag)
Bildung der Herzschleife:
Der Herzschlauch besteht aus folgenden Abschnitten:
1) Sinus venosus: Einmündung der großen Venen
2) Vorhhofabschnitt: liegt außerhalb der Perikardhöhle
3) Embryonaler Ventrikel: wird zum linken Ventrikel
4) Bulbus cordis: rechter Ventrikel
Da der Herzschlauch in der Folge viel schneller wächst als die
Perikardhöhle kommt es zur Bildung einer Schleife nach rechts (D-loop).
Aus dem embryonalem Ventrikel entwickelt sich der linke Ventrikel. Der
untere Anteil des Bulbus cordis wird zum rechten Ventrikel der obere
Anteil wird zum Konus cordis, der sich durch Ausbildung eines spiralig
gedrehten Septums später in 2 getrennte Ausflußbahnen für die beiden
Ventrikel unterteilt. Daran schließt sich der Trunkus arteriosus an aus
dem später Aorta und Pulmonalarterienhauptstamm wird.
Bildung der Herzsepten:
Diese entwickeln sich zw. Tag 27 und 37 – in diesem Zeitraum wächst der
Embryo von 5 auf etwa 16 mm. Das membranöse Ventrikelseptum entwickelt
sich später als das muskuläre Septum.
Bildung der Klappen:
Nachdem durch die Verschmelzung der Endokardkissen der AV Kanal in ein
rechtes und linkes Ostium unterteilt worden ist, kommt es zu
lokalisierten Mesenchymproliferationen um jedes Ostium herum. Diese
werden auf der Ventrikelseite ausgehöhlt. Das übriggebliebene
Muskelgewebe in den Strängen auf der Ventrikelseite der Klappen
degeneriert und wird durch Bindegewebe ersetzt. Die Semilunarklappen
werden, nachdem die Unterteilung des Trunkus arteriosus fast
abgeschlossen ist, als kleine Höckerchen sichtbar und sind bei einem
Embryo mit 40 mm Länge fertig ausgebildet.
Physiologie und Pathophysiologie der fetalen Zirkulation
G Tulzer, Kinder Herzzentrum Linz (www.kinderherzzentrum.at)
Der fetale Kreislauf unterscheidet sich vom postnatalen Kreislauf im
wesentlichen durch 1) 3 Shunts (Duktus venosus , Foramen ovale und
Duktus arteriosus Botalli) und 2) durch das parallele Arbeiten von
linkem und rechten Ventrikel.
Der Duktus venosus (DV)ist eine direkte Verbindung zwischen Nabelvene
und Vena cava inferior (VCI). Darüber erreicht gut oxygeniertes Blut
auf direktem Weg unter Umgehung des Leberkreislaufs das Herz. Bei
normalen Kreislaufverhältnissen wird ca. 30 – 50% des Nabelvenenblutes
geshuntet, in Stressituationen (z.B.Hypoxämie, Hypovolämie) deutlich
mehr. Aufgrund der besonderen Form des DV erreicht dort das Blut die
höchste Geschwindigkeit im fetalen venösen System. Noch knapp vor der
Einmündung in den rechten Vorhof überkreuzt die schnelle Fluß jenen der
VCI und gelangt dadurch direkt durch das Foramen ovale in den linken
Vorhof, der so das sauerstoffreichere Blut erhält. Dies stellt sicher
dass über den Weg: linker Ventrikel – Aorta Koronargefäße und Gehirn
präferentiell mit Sauerstoff versorgt werden können. Eine Enge bzw. ein
vorzeitiger Verschluß der Foramen ovale würde zu gravierenden
hämodynamischen Verhältnissen führen indem dann zuwenig Blutvolumen den
linken Vorhof und damit auch den linken Ventrikel erreichen kann, was
ein zu geringes Wachstum der linksseitigen Herzanteile bewirken würde
bis hin zum hypoplastischen Linksherz. Der Duktus arteriosus Botalli
(DAB) stellt einen wichtigen Bypass für die fetale Lunge dar. 80 – 90%
des rechtsventrikulären Schlagvolumens fließen durch den DAB und
stellen so die Perfusion der unteren Körperhälfte durch den rechten
Ventrikel sicher. Die Verteilung des fetalen cardiac outputs ist der
unteren Graphik zu entnehmen wobei angemerkt werden muß, dass diese
Daten von fetalen Lämmern stammen und nicht unbedingt exakt auch für
den humane Fetus gelten (speziell die Lungenperfusion ist höher beim
humanen Feten).
Die parallele Arbeitsweise der beiden Ventrikel ermöglicht es dem Feten
selbst komplexe Herzfehler mit Klappenatresien bzw.
Ventrikelhypoplasien ohne größere Probleme zu kompensieren. Bei
Obstruktionen (Atresie) im Bereich der linken Herzhälfte kann mehr Blut
zur rechten Herzhälfte umgeleitet werden und im Extremfall übernimmt
der rechte Ventrikel den gesamten Cardiac Output und versorgt über den
offene Duktus Botalli auch retrograd die Kopf-Halsgefäße sowie die
Koronararterien. Im umgekehrten Fall kann auch der linke Ventrikel
alleine einen suffizienten Kreislauf aufrechterhalten, wobei dann hier
die Lungenperfusion durch einen retrograden Fluß im Duktus Botalli
sichergestellt wird. Die hämodynamische Katastrophe erfolgt somit erst
postnatal mit dem Verschluß der hier lebensnotwendigen Shunts.
Besonderheiten des fetalen Herzens:
Neben dem fetalen Kreislauf bestehen auch wesentlichen Unterschiede in
der Anatomie und Physiologie des fetalen Herzmuskels. So weist das
fetale Myokard eine geringe Anzahl an T-Tubuli, sarkoplasmatischem
Retikulum und Myofibrillen auf. Es besteht im Vergleich zum adulten
Myokard eine geringe Anzahl kontraktiler Elemente pro Gramm
Herzmuskelgewebe und es ist noch keine volle Innervation vorhanden.
Daraus resultiert, dass Feten eine schlechtere systolische und
diastolische Funktion aufweisen und schlechter auf adrenerge
Stimulation reagieren. Der Frank-Starling Mechanismus ist zwar schon
vorhanden, arbeitet aber am oberen Limit.
Fetale Herzinsuffizienz:
Während postnatal eine Herzinsuffizienz durch Kardiomegalie, Dyspnoe,
Tachykardie und Hepatomegalie einfach zu erkennen ist, äußert sich
diese beim Feten doch grundlegend anders. Zwar kommt es auch hier zu
einer feststellbaren Kardiomegalie, aber bis zur Manifestation eines
Hydrops fetalis als Endpunkt der Herzinsuffizienz kommt es vorher zu
echokardiographisch erkennbaren Zeichen wie: Umverteilung des Cardiac
Outputs, abnormaler venöser Doppler, Herzklappeninsuffizienz
(Trikuspidaklappe) und myokardialer Hypertrophie. Es muß erwähnt
werden, daß je nach zugrundeliegender Ursache der Herzinsuffizienz die
Symptome unterschiedlich auftreten können, sodaß es wohl Sinn macht
stets alle diese Zeichen mittels eines Scores zu beurteilen. Ein
solcher Score (Huhta Score) der von JC Huhta entwickelt wurde ist unten
zu sehen. Ein normaler fetaler Kreislauf ist hier mit 10 Punkten zu
beurteilen, je nach Vorliegen eines Symptoms werden Punkte abgezogen.
Angeborene
Herzfehler – Modernes interdisziplinäres Management von
Kinderkardiologie und Herzchirurgie: Therapeutische Möglichkeiten und
Prognose
G Tulzer, R Mair, Kinder Herzzentrum Linz
Die
Prognose angeborener Herzfehler hat sich in den letzten Jahren
dramatisch verbessert. Ein komplexer Herzfehler bedeutete noch vor
nicht allzu langer Zeit Serien von unbefriedigenden Plakativ
Operationen, meist lebenslange Zyanose, schwere körperliche und leider
auch oft sekundäre geistige Retardieren. Dazu kam noch eine Reihe von
Spätkomplikationen an die man anfangs gar nicht gedacht hatte – somit
war ein schwerer Herzfehler mit deutlicher verminderter Lebensqualität
und Lebenserwartung verknüpft.
Ziel der modernen Herzchirurgie und
Kinderkardiologie ist es aber gerade diesen Kinder ein möglichst
normales Leben zu ermöglichen und zwar durch
1. niedriger Mortalität und Morbidität nach Herzoperationen
2. möglichst frühzeitige und vollständig korrigierende Operationen
3. Einsatz von interventionellen Kathetertechniken entweder als Ersatz oder zur Vereinfachung von Herzoperationen und
4. Pränatale Diagnostik
Mortalität und Morbidität: Unten stehende Tabelle zeigt die
Frühmortalität bei Operationen von komplexen Herzfehlern, wie er
derzeit Standard sein sollte. Der Vergleich der Zahlen von Boston
Children´s mit dem Kinder Herzzentrum Linz zeigt, daß gute Resultate
nicht nur an riesigen Zentren möglich sind.
Herzfehler Boston Linz (Anzahl)
AV Kanal 2,9 % 0,0% (58)
VSD 0,0% 0,0% (61)
Fallot IV 2,5% 5,0% (46)
Hyopl. Linksherz 24 % 29% (31)
Die
wesentliche Meilensteine bei der Verbesserung dieser Ergebnisse waren
die bessere chirurgische Technik, Kardiotechnik, Management der tiefen
Hypothermie, verbesserte Kardioprotektion und Neuroprotektion (kaum
mehr Stillstandzeiten durch antegrade Hirnperfusion in tiefer
Hypothermie)
Primäre Frühkorrekturen:
Palliativoperationen wie Blalock Taussig shunts oder
Pulmonalarterienbandig hinterlassen Zyanose bei gleichzeitig
erheblicher Druck oder Volumenbelastung eines Ventrikels. Irreversible
Schäden am Myokard die zu gravierenden Spätkomplikationen führen können
wurden dokumentiert. Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, daß die
möglichst frühzeitige Herstellung normaler Verhältnisse d.h.
Beseitigung von Zyanose und Hypertrophie nicht nur zu einer Reduktion
der notwendigen operativen Eingriffe, zu einer besseren (normalen)
physischen Entwicklung sonder auch zu einer erheblichen Reduktion der
Spätkomplikationen führt. Argumente bzgl. einer höheren Mortalität bei
frühen Operation konnten widerlegt werden.
Einsatz interventioneller Kathetertechniken: Verschlüsse
von intra und extrakardialen Shunts mittels Implantation von
verschiedenen Materialien in selektiven Fällen bzw. Klappendilatationen
haben herzchirurgische Eingriffe abgelöst (Duktus Botalli, ASD,
Aorten-Pulmonal-Re-Isthmusstenose). Zukunftsweisend ist aber die
Kombination beider Methoden bei der in einem Gesamtkonzept Chirurg und
Kardiologe gemeinsam den für den Patienten besten Therapieplan
erarbeitet. (Fenestrierter Fontan, periphere Stenosen,
Unifokalisierungen ...)
Pränatale Diagnose: Die
Möglichkeit der Korrekturoperation beim Neugeborenen als beste
Therapieoption kann aber nur bei rechtzeitiger Diagnose und optimalem
präoperativen Management erfolgen. Zahlreiche Studien belegen
mittlerweile das besser Outcome von Kinder mit pränatal gegenüber erst
postnatal diagnostiziertem Herzfehler. Abgesehen davon besteht kein
Zweifel bezüglich der Vorteile wie frühzeitige Information der Eltern,
kontrollierte Geburt und postnatales Management. Eine Analyse unserer
eigenen Erfahrungen hat ergeben, daß pränatale diagnostiziert Kinder
signifikant besser waren bei: pH Werte bei der Erstaufnahme,
Herzinsuffizienz, Notwendigkeit einer präoperativen Reanimation,
neurologische Komplikationen und früher OP Termin.
Real-time 3D versus 2D echocardiography in fetuses with normal and abnormal hearts
G Tulzer, W Arzt*
Children’s Heart Center Linz, Department of Pediatric Cardiology
* Maternity Hospital of Linz, Department of Prenatal Medicine
Real-time 3D echocardiography is thought to be a better method to
investigate a complex three-dimensional structure like the human heart.
To test clinical feasibility and usefulness of real-time 3D echo in
human fetuses we compared this method to conventional 2D echo in 20
consecutive, unselected fetuses with normal and 10 fetuses with
abnormal hearts. Diagnoses encompassed at least one of the following:
transposition of the great arteries: (n=4); hypoplastic left heart
syndrome (n=3); double outlet right ventricle (n=2); tricuspid atresia
(n=1); critical aortic stenosis: (n=2), tetralogy of Fallot (n=1).
After acquisition of a real-time 3D data-set (duration 1 to 5 seconds;
16 frames/second; 4 to 45 megabyte) it was stored on a remote computer
for later off-line analysis. Acquisition-time was between 0,5 to 2
minutes. Off line analysis (done by a different person, not aware of
the 2D examination result) included identification of: venous
connections, 4-chamber view, atrio-ventricular and ventricular arterial
connections, aortic and ductal arches. In normal fetuses off line
analysis lasted on average 3 to 4 minutes, in fetuses with congenital
heart disease 15 to 40 minutes. Assessment of the 4-chamber view and
outflow tracts was excellent and comparable to the 2D echo in 20/20
normal fetuses, arches in 12/20, venous connections in 10/20. In
fetuses with abnormal hearts, the main pathology was clearly detectable
in all. Compared to 2D echo assessment of chamber size, AV valves,
papillary muscles and VSD relationship was superior or equal, great
vessel anatomy could not be assessed in 1 and was otherwise inferior or
equal. New views provided additional information in 2/10 fetuses.
Real-time 3D echo was reliable for 4 chamber view and outflowtract
screening. Advantages over 2D examination are that it may significantly
shorten examination time, improves patient comfort, provides excellent
data storage and enables electronic data transfer to remote experts,
who can examine the fetal heart in real-time. In abnormal hearts it may
add additional information due to new views and 3D reconstructions,
which can be rotated in space. Limitations were slow frame rate, low
lateral resolution and lack of (color) Doppler.
Kreislaufstillstand versus antegrade zerebrale Perfusion bei Norwood Operationen
R Mair, E Sames, E Lechner, G Geiselseder, G Tulzer
Kinderherzzentrum Linz
Es ist bekannt, daß bei Herzoperationen sogar kurze Phasen von totalem
Kreislaufstillstand in tiefer Hypothermie (DHCA) zu messbaren
neurologischen Schäden führen können. Aus diesem Grund wird in Linz
seit 1997 bei komplexen Aortenbogenrekonstruktionen des Neugeborenen,
die bisher üblicherweiser in DHCA operiert wurden, eine kontinuierliche
antegrade zerebrale Perfusion über einen modifizierten BT Shunt
sichergestellt. Die Verkürzung der Kreislaufstillstandzeit sollte
jedoch weder die Operation erschweren noch die Bypass Zeit verlängern.
Seit 1997 wurde bei 35 konsekutiven nicht selektierten Patienten eine
Operation nach Norwood durchgeführt. Gruppe 1 bestand aus 17
konsekutiven Patienten (14 hypoplastische Linksherzen (HLHS), 3 single
ventricle). Aortenbogenrekonstruktion und Atrioseptektomie wurden in
DHCA durchgeführt. Die Gruppe 2 setzte sich aus 18 konsekutiven Kindern
(16 HLHS, 2 single ventricle) zusammen. Nur die Atrioseptektomie wurde
in DHCA vorgenommen.
Die DHCA Zeit betrug bei Gruppe 1 61,8 +/- 11,1min. gegenüber 3,2 +/- 1,5min bei Gruppe 2.
Analysiert wurden: Überleben, Bypass Zeit, Serum Laktat,
Aufenthaltsdauer auf der Instensivstation, Gesamtspitalsaufenthalt,
neurologische Komplikationen.
Ergebnisse: Es fand sich eine signifikante Verbesserung der
Überlebensrate in Gruppe 2 von 78% gegenüber 59% in Gruppe 1.Keine
signifikanten Unterschiede bestanden im Serum Laktat ( 6,8 +/-
4,2mmol/l vs 5,9 +/- 2,7mmol/l) Kein Patient hatte eine residuale
anatomische Läsion. An neurologischen Komplikationen gab es 1 Insult in
Gruppe 1, keine Probleme in Gruppe 2.
Die Reduktion der Kreislaufstillstandszeit durch die antegrade
zerebrale Perfusion über einen modifizierten BT Shunt führte weder zu
Komplikationen noch zu einer Verlängerung der Norwood Operation und
hatte keinen negativen Einfluß auf das anatomische Ergebnis. Mortalität
und Morbidität einer größeren Population könnten durch diese Methode
aber signifkant verbessert werden.
Kurzzeit Follow-up nach Ross Operation im Kindesalter
G Tulzer, R Mair, A Rosenbichler, E Lechner, E Sames,
Kinderherzzentrum Linz
Dilatation der Aortenwurzel, frühe Homograft Stenose und eingeschränkte
Linksventrikelfunktion aufgrund von koronaren Problemen sind die
wesentlichen Sorgen nach Ersatz der Aortenklappe durch den pulmonalen
Autograft im Kindesalter. Ziel der Studie war es das Kurzzeit Follow-up
der in unserem Zentrum operierten Kinder zu analysieren.
Dazu wurden die Echokardiographien und Krankengeschichten von 13
konsekutiven Kindern, die aufgrund einer schweren Aorteninsuffizienz
einer Ross Operation unterzogen wurden retrospektiv ausgewertet. Das
mediane Alter bei Operation betrug 10 +/- 5,4 Jahre, das mediane
Gewicht 31,8 +/- 17 kg. Alle Patienten überlebten (medianer
Spitalsaufenthalt: 14 +/- 5,8 Tage). Die Neo-Aortenklappe zeigte keine
oder eine triviale Insuffizienz bei 12/13 nur bei einem Kind bestand
eine Grad II Insuffizienz. Das mediane Follow-up betrug 25+/-18 Monate.
Ausgewertet wurden LVEDD, FS, max Durchmesser auf der Höhe des
Aortenklappenrings und der Sinus Valsalvae.
LVEDD nahm nach der Operation signifikant ab (p<0,0001) Die LV FS
nahm unmittelbar postoperativ von 32+/-5 auf 23+/-7 ab (p<0,003)
normalisierte sich aber innerhalb der folgenden 6 Monate bei allen
außer einem Kind, welches bereits präoperativ eine reduzierte FS hatte.
Postoperativ kam es zu keiner signifikanten Größenzunahme des
Aortenklappenrings wohl aber der Sinus Valsavae nach 12 (p<0,041)
bzw. 24 (p<0,026) Monaten. Die Funktion der Aortenklappe aber war in
keinem Fall beeinträchtigt. Bei einem 2 jährigen Kind mußte bereits
nach 5 Monate der Homograft in Pulmonalisposition aufgrund einer
hochgradigen Stenose ausgetauscht werden.
Die Ross Operation scheint auch im Kindesalter eine sichere Operation
zu sein. Sie führte zu einer prompten Volumenentlastung des LV. Die
verminderte Kontraktion des Ventrikelseptums kann zu einer
vorübergehende Reduktion der LV FS führen. Wie in anderen Studien
konnten auch wir eine Dilatation der Sinus beobachten, allerdings ohne
Beeinträchtigung der Neo-Aortenklappenfunktion. Die Signifikanz dieser
Beobachtungen in bezug auf Koronarfüllung und Klappenfunktion muß in
Langzeitstudien untersucht werden.
Pränatale Diagnose und Outcome von Feten mit duktusabhängigen Vitien
Gitter R, Tulzer G, Lechner E, Mair R, Arzt W.
Kinderherzzentrum Linz
Departement für Pränatal Medizin, Landesfrauenklinik Linz
Die pränatale Diagnose eines angeborenen Herzfehlers mit
duktusabhängigem System- oder Pulmonalkreislauf erlaubt es, das weitere
Management zu optimieren. Ziel der Untersuchung war es, das outcome von
Feten mit suspektem Ductus-abhängigem Vitium zu analysieren.
Patienten und Methodik: Im Zeitraum von 1991 –3/ 99 wurde bei insgesamt
43 Feten der Verdacht auf einen duktusabhängigen Herzfehler gestellt.
Die Diagnose wurde im Schnitt in der 32. GW gestellt. Diagnosen
lauteten 14mal hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS), 8 mal
Aortenisthmusstenose (ISTHA), 5mal Fallotsche Tetralogie (TOF), 2 mal
Trikuspidalatresie und 14mal andere. Bei 8 Feten fanden sich weiters
gravierende extrakardiale Fehlbildungen.
Ergebnisse: 9 Feten verstarben intrauterin, bei den übrigen 34 Feten
wurde ein in-utero-Transfer geplant und in 32 Fällen durchgeführt. Von
den 34 Neugeborenen stellte sich bei 10 der Herzfehler als nicht
duktusabhängig heraus, 5 der 24 Kinder mit duktusabhängiger Zirkulation
verstarben präoperativ, sodaß 19 Kinder zur Operation kamen. Der
operative Eingriff wurde im Schnitt am 3. Lebenstag (+/- 2,1)
durchgeführt. Zwischen Geburt und Operation kam es zu keinen ernsten
Komplikationen. Perioperativ verstarben 5 Kinder (3 mal HLHS, 1mal
Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum, 1 mal Shone-Komplex); in
14 Fällen bestand ein zufriedenstellendes operatives Ergebnis.
Schlussfolgerung: Die pränatale Diagnose eines duktusabhängigen
Herzfehlers ermöglichte ein optimiertes geburtshilfliches und
kardiologisches Management, wodurch die Kinder rasch und in gutem
Zustand zur Operation gelangten. Personelle sowie materielle Ressourcen
konnten besser genützt werden.
Hypoplastisches Linksherz Syndrom – Linzer Erfahrungen 1997 - 2001
E Lechner, G Tulzer, R Mair, G Geiselseder, R Meindl, A Anzengruber
Kinderherzzentrum Linz
Das Hypoplastische Linksherz Syndrom galt lange Zeit als inoperable
Fehlbildung mit 100 % Mortalität. Derzeit stehen 2 therapeutische
Methoden zur Verfügung: Herztransplantation oder die Operation nach
Norwood. Ziel dieser Untersuchung war es retrospektiv die Erfahrungen
mit Diagnostik, Verlauf, Therapie und Outcome am Linzer
Kinder-herzzentrum zu analysieren.
Seit Oktober 1995 wurde in Linz bei 36 Kindern die Diagnose HLHS
gestellt (davon 11 mal pränatal). Analysiert wurden: Outcome der
Schwangerschaft, bei operierten Kindern Mortalität sowie Morbidität
anhand von postoperativen Komplikationen, Dauer des Intensiv- und
stationären Aufenthalts, somatischer und neuromotorischer Entwicklung.
Die pränatale Diagnose erfolgte im Schnitt in der 30. Gestationswoche.
3 Schwangerschaften wurden terminiert. Von den 34 Neugeborenen wurden
32 nach Norwood operiert. Im median erfolgte die Operation am 7,5
Lebenstag bei einem durchschnittl. Gewicht von 3,4 kg. 5 Kinder hatten
auch extracardiale Fehlbildungen. In den Jahren 95/96 starben alle von
4 operierten Kindern. Seit 1997 haben 19/28 Patienten (69%) die Norwood
Stage I Op. mit einem durchschnittl. Intensivaufenthalt von 12,8 Tagen
und einem stationären Aufenthalt von 34,4 Tagen überlebt. Frühe
postoperative Komplikationen waren Thromboembolien (n=3), Krampfanfälle
(n=4), Arrhythmien (n=1), Aortenruptur (n=1), SVT (n=1. Vor Stage II
verstarben 4 Kinder (fulminante Sepsis , Isthmusstenose, resp. Infekt,
Nonrotation des Darmes mit unmöglicher enteraler Ernährung). 13/15
Kindern haben Stage II (bidirektionaler Glenn) ohne Komplikationen
hinter sich. Die 2 Todesfälle nach Glennoperation sind auf bereits vor
dem Eingriff bestehende schwerwiegende Komplikationen zurück zuführen
(1x Herzversagen bei Z.n. CPR, 1x Umbaulunge nach Langzeitbeatmung).
Die somatische Entwicklung verläuft bisher bei allen Kindern
perzentilengerecht, seitens der neuromotorischen Entwicklung besteht
bei einem Patienten eine armbetonte Hemiparese links und bei 4 Kindern
ein harmonischer EWR, 8 Kinder sind völlig altersgemäß entwickelt.
Das HLHS wird häufig, aber meist relativ spät pränatal diagnostiziert.
Die Mortalität der Stage I Norwood Operation ist hoch und das
perioperative Management extrem komplex, sodaß nur durch zunehmende
Erfahrung und intensive Teamarbeit Verbesserungen möglich sind. Nach
erfolgreicher Stage I und II Palliation besteht die Möglichkeit einer
nahezu normalen Entwicklung im Kleinkindesalter.
Frühkorrektur des kompletten AV-Kanals - Erfahrungen aus 34 Fällen
Ch Prenneis, G Tulzer, R Mair, G Geiselseder, A Anzengruber, E Lechner
Kinderherzzentrum Linz
Die Korrektur des kompletten AV-Kanals vor dem 6. Lebensmonat wird
aufgrund des niedrigen Operationsgewichtes der Patienten bislang als
risikoreich eingestuft.
Ziel dieser Untersuchung war es bei frühkorrigerten Patienten retrospektiv Morbidität und Mortalität zu analysieren.
Im Zeitraum von 1995 bis 1999 wurden am Linzer Kinderherzzentrum 34
konsekutive Kinder (19 w : 15 m) mit kompletten AV-Kanal primär mittels
Single-Perikard-Patch-Technik im ersten Lebenshalbjahr korrigiert.
30/34 waren Kinder mit Mb. Down, bei 3 /34 wurde zuvor eine kritische
Aortenisthmusstenose korrigiert, 1 Patient hatte zusätzlich eine
Fallotsche Tetralogie, weitere assoziierte Fehlbildungen wie
Omphalocele, Analatresie, oder Duodenalatresie (je 1 Pat.) wurden
vorher operativ saniert. Das mittlere Alter bei Operation betrug 1oo
Tage das Operationsgewicht lag bei ca. 45oo g ( 2340 - 5600g)
Alle Patienten haben überlebt, bei einem Pat. bestand bereits im Alter
von 5 Monaten eine fixierte pulmonale Hypertonie, alle anderen
Patienten hatten unmittelbar postoperativ normale Pulmonalisdrücke,
kritische pulmonal hypertensive Krisen wurden nicht beobachtet.
Frühkomplikationen nach der Operation waren Chylothorax (2x), bei
keinem Patient mußte ein permanenter Schrittmacher implantiert werden.
Neurologische Auffälligkeiten traten postoperativ nicht auf, die
somatische Entwicklung der Kinder entspricht weitgehend der normalen
Entwicklung bei Mb. Down. Nur bei 2 Patienten besteht eine höhergradige
Mitralklappeninsuffizienz (Grad III°), keine oder nur eine triviale
Insuffizienz liegt bei 28 Pat. vor, bei 4 Pat. ist die Insuffizienz
zweitgradig. Der Perikardpatch ist bei allen Pat. echocardiographisch
dicht und ohne Auffälligkeiten.
Durchschnittlich wurden die Kinder am 4 Tag postop. extubiert, der
Aufenthalt auf der Intensivstation war ca. 6 Tage, am 14. Tag
postoperativ konnten die Kinder wieder in häusliche Pflege entlassen
werden.
Schlussfolgerungen:
Die frühe Korrektur des kompletten AV-Kanals in den ersten 6
Lebensmonaten ist eine sichere, komplikationsarme Operation mit sehr
gutem Outcome. Die niedrige Prävalenz von höhergradigen postoperativen
AV-Klappeninsuffizienzen ist möglicherweise auf die geringe
Vorschädigung der Klappen zurückzuführen.
Primäre Frühkorrektur der Fallot`schen Tetralogie im Neugeborenen oder Säuglingsalter
Linzer Erfahrungen anhand von 29 konsekutiven Fällen
G Tulzer, R Mair, G Geiselseder, E Lechner, R Gitter, M Pusch
Kinderherzzentrum Linz
Die Frühkorrektur der Fallot´schen Tetralogie schafft frühzeitig wieder
physiologische Verhältnisse trägt aber möglicherweise ein erhöhtes
Risiko. Ziel dieser Untersuchung war es die Erfahrungen des Linzer
Kinderherzzentrum mit der Frühkorrektur zu analysieren.
Seit 1995 wurden 29 konsekutive Neugeborene oder Säuglinge mit der
Diagnose Fallot´sche Tetralogie mit Pulmonalstenose (N= 23),
Pulmonalatresie ohne aorto-pulmonale Kollateralgefäße (N=5) oder mit
fehlender Pulmonalklappe (N=1) gestellt. Bei 6 Kindern bestanden
extrakardiale Fehlbildungen, 2 Kinder waren Frühgeborene (32.SSW) Alle
Kinder wurden primär korrigiert mit einem medianen Alter von 34 ± 66
Tage (3-287), darunter 12 Neugeborene. Medianes Gewicht: 3.690g ± 960
(2000 bis 6400g). Dabei war ein transannulärer Patch in 22 Fälle
notwendig, ein Homograft in 5 Fällen. Analysiert wurden: Frühmortalität
innerhalb 4 Wochen postoperativ, Tage auf Intensivstation, stationäre
Aufenthaltsdauer, postoperative Komplikationen, somatische und
neuromotorische Entwicklung.
2 Kinder verstarben früh (6,9%) 1 Kind mit Koronaranomalie. 2 Kinder
verstarben spät (1 Kind plötzlich wegen susp. Arrhythmie, 1 Kind 1 Jahr
postop. mit hochgradiger Subaorten- und Conduitstenose.
Intensivaufenthalt median 3±2,9 Tage, postop. Aufenthalt median 15±11
Tage. Frühkomplikationen waren alle nur passager: Niereninsuffizienz
(N=1), mechanische Hämolyse (N=1), 1-maliger Krampfanfall (N=2),
Arrhythmie (N=2). Spätkomplikationen: Stenose der linken
Pulmonalarterie (N=6, Dilatation 6-mal, OP 1 mal), Patchaneurysma
(N=2), Homograftstenose nach 1 Jahr (N=1), supraventrikuläre
Tachykardie (N=1), kleiner VSD Restshunt (N=1). Die somatische und
neuromotorische Entwicklung verläuft bei allen Kindern mit 1 Ausnahme
(primärer Entwicklungsrückstand) normal.
Diese Daten bestätigen, daß die primäre Frühkorrektur der Fallot´schen
Tetralogie ein sicherer Eingriff mit niedriger Komplikationsrate und
ausgezeichnetem (zumindest Kurzzeit-) Outcome zu sein scheint.
Erste erfolgreiche in-utero Valvulotomie bei einem Feten mit Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum
G Tulzer, W Arzt, R Mair
Kinderherzzentrum Linz, Department für Pränatalmedizin, Landesfrauenklinik Linz
Bei einem Feten in der 27. Schwangerschaftswoche wurde eine
Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum (PAIVS) diagnostiziert. .
Die fetale Echokardiographie dokumentierte eine signifikante,
holosystolische Trikuspidalinsuffizienz (TI), suprasystemische
Rechtsventrikeldrücke und Zeichen eine fetalen Herzinsuffizienz
aufgrund enddiastolischer Pulsationen in der Nabelvene. Aufgrund der
schlechten Prognose wurde die Indikation zu einer intrauterinen
Intervention gestellt. Mit einer speziellen Punktionshadel (1,6 mm
Innendurchmesser) wurde eine ultraschallgezielte Punktion des
hypoplastischen rechten Ventrikels durchgeführt. Mit der Nadelspitze
wurde anschließend die membranöse Pulmonaltresie perforiert. Danach
erfolgten mehrere Dilatation der rudimentären Pulmonalklappe mittels
eines durch das Lumen der Nadel eingeführten 2,8 F Standard
Koronardilatationskatheters (4 mm / 1,5 cm). Unmittelbar nach dem
Eingriff konnte ein turbulenter antegrader Fluß mit max 1,5 m/s über
der Pulmonalklappe in Verbindung mit einer Pulmonalinsuffizienz
dokumentiert werden. Die Geschwindigkeit der TI ging auf 1,8 m/s zurück
und die Dopplerkurve über der Trikuspidalklappe besserte sich von einem
monophasischem auf ein biphasisches Muster, während der venöse Doppler
unverändert blieb. Nach 4 Wochen hatte die Geschwindigkeit über der
Pulmonalklappe wieder auf 3,4 m/s zugenommen, die TI war nicht mehr
nachweisbar, die Herzinsuffizienzzeichen rückläufig. Ein intrauterines
Wachstum des rechten Ventrikels konnte durch die Zunahme des
Trikuspidalklappen bzw. Pulmonalklappenrings dokumentiert werden. Die
Entbindung erfolgte in der 38. Woche per Sectio. Nach einer
erfolgreichen Valvulotomie am 1. Lebenstag wurde am 5. Tag ein
modifizierter BT Shunt angelegt. Postnatal konnte eine weiteres
Wachstum des rechten Ventrikels beobachtet werden, im Alter von 6
Monaten ist die Entfernung des BT Shunts geplant wodurch eine
biventrikuläre Physiologie erreicht wäre.
Die Eröffnung einer valvulären Pulmonalatresie beim Feten ist möglich.
Sie führt zu einer verbesserten Hämodynamik und Wachstum der
rechtsventrikulären Strukturen. Dies könnte ein Ansatz sein hochgradige
Ventrikelhypoplasien zu verhindern.
Short term follow-up after the Ross operation in children
Mair, R., Tulzer, G., Rosenbichler A., Geiselseder.G.
Aortic root dilatation, early homograft stenosis and left ventricular
dysfunction due to coronary problems are major concerns of the
pulmonary autograft replacement of the aortic root in children. The
purpose of this study was to assess the short-term follow-up in
children after the Ross procedure. The charts of 13 consecutive
children, with severe aortic regurgitation who underwent the Ross
procedure in our institution were retrospectively reviewed. Median age
at operation was 10±5.4 years, median weight 31.8±17 kg. All patients
survived (median hospital stay:14±5.8 days). The neo-aortic valve
showed no or trivial insufficiency in all but 1 child (grade II).
Median follow-up was 25±18 months. Analysed parameters were LVEDD,
diameters of the aortic valve annulus and aortic sinuses and paired
t-test was used for statistics. LVEDD decreased significantly after
surgery (p<0,0001), LV shortening fraction (SF) decreased from 32±5
to 23±7 (p<0,003) but improved to normal within 6 months in all but
1 patient who had a decreased FS preoperatively. Postoperatively there
was no significant increase of the neo-aortic valve diameter
(p<0.089) but a significant increase in diameter at the level of the
sinuses at 12 months (N=7; p<0.041) and 24 months (N=6; p<0.026)
without aortic valve impairment. In a 2-year-old patient the homograft
in pulmonary position had to be changed due to severe stenosis 5 months
after the Ross procedure. The Ross procedure in childhood appears to be
a save procedure and leads to a prompt reduction in LVEDD. Reduced
movement of the IVS might cause transient reduced SF. There was
evidence that dilation of the neo-aortic sinuses occurs. The
significance of these findings regarding coronary filling and aortic
valve competence must be assessed in long term studies.
Elastin: mutational spectrum in supravalvular aortic stenosis.
Metcalfe
K, Rucka AK, Smoot L, Hofstadler G, Tuzler G, McKeown P, Siu V, Rauch
A, Dean J, Dennis N, Ellis I, Reardon W, Cytrynbaum C, Osborne L, Yates
JR, Read AP, Donnai D, Tassabehji M.
Eur J Hum Genet 2000 Dec;8(12):955-63
University Department of Medical Genetics and Regional Genetics Service, St Mary's Hospital, Manchester, UK.
Supravalvular aortic stenosis (SVAS) is a congenital narrowing of the
ascending aorta which can occur sporadically, as an autosomal dominant
condition, or as one component of Williams syndrome. SVAS is caused by
translocations, gross deletions and point mutations that disrupt the
elastin gene (ELN) on 7q11.23. Functional hemizygosity for elastin is
known to be the cause of SVAS in patients with gross chromosomal
abnormalities involving ELN. However, the pathogenic mechanisms of
point mutations are less clear. One hundred patients with diagnosed
SVAS and normal karyotypes were screened for mutations in the elastin
gene to further elucidate the molecular pathology of the disorder.
Mutations associated with the vascular disease were detected in 35
patients, and included nonsense, frameshift, translation initiation and
splice site mutations. The four missense mutations identified are the
first of this type to be associated with SVAS. Here we describe the
spectrum of mutations occurring in familial and sporadic SVAS and
attempt to define the mutational mechanisms involved in SVAS. SVAS
shows variable penetrance within families but the progressive nature of
the disorder in some cases, makes identification of the molecular
lesions important for future preventative treatments.